Mit Janis Joplin wurde Asaf Avidan schon verglichen oder mit der Musik des schwedischen Singer-Songwriters José González. Der Versuch, Avidans Stimme einzuordnen, scheitert aber, weil sie immer anders klingt. Ein Cello begleitet ihn, in den intensiveren Passagen sind es Bass und Schlagzeug. Seine Songs nutzen die ganze Bandbreite folkiger Rockmusik. Am meisten ans Herz geht es, wenn Avidan zur Mundharmonika greift. Seine, wie er sie nennt, "inneren Dämonen" auszudrücken, war ihm so wichtig, dass er seine erste EP selbst produzierte. Es kam nichts anderes in Frage, als auf der Bühne zu stehen. Für ihr Debütalbum "The Reckoning" wurde seine Band The Mojos 2008 für die MTV Music Awards nominiert. Dann bestimmte die englische Popikone Morrissey Asaf Avidan and The Mojos zu seiner Vorband. Mittlerweile füllt Avidan die Hallen alleine. Seine Zuhörer sind wie er: jung, beschäftigt, in Beziehungen und politisch links, aber nicht so sehr, dass sich das in aktivem Engagement ausdrückt. "Wir sind zufällig Israelis, aber hauptsächlich Künstler." Dass politische Fragen kommen, kann Asaf Avidan verstehen. "Aber da meine Songs nicht politisch sind, bin ich nicht derjenige, der sich zu diesen Themen äußern sollte. Noch nicht. Schon mit dem neuen Album "Poor Boy/Lucky Man", das bisher nur in Israel erschienen ist, hat er tiefer geschürft. Vorerst tiefer nach innen. Eines Tages könnte es auch sein, dass seine Musik politischer wird, sagt er. Er hofft, sich in dieser Hinsicht weiterzuentwickeln.
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